Chef de Cambuse

...cooking, cruising and wine

Alles braucht seine Zeit!

written by Frank, on Apr 20, 2016 5:26:00 PM.

Klar haben auch wir “Fertig-Pizza” im Gefrierschrank! Wenn’s mal schnell gehen muß!

Wobei dieses “schnell gehen” nur für einen bestimmten Teil unserer Familie relevant ist. Dem - wie soll ich es sagen - doch noch sehr jugendlichen, vor sich hin pubertierenden Teil.

Und “schnell” bedeutet in dem Zusammenhang ja sowieso nur, daß man möglichst wenig durch die Zubereitung und beim Verzehr der Nähr-/Füllmasse von den wirklich wichtigen Dingen des Lebens, wie WhatsApp Klassen-Chat, Snapchat oder was halt grad sonst so en vogue ist, abgelenkt wird.

Sind F1 und ich dann mal ausgeflogen, dann liegt für diesen Notfall halt die ein oder andere TK-Ware bereit.
Wobei ich fairerweise erwähnen sollte, daß Spiegeleier, Nudeln mit Soß’ und ab und an auch ein Salat auch in unserer Abwesenheit zubereitet werden.

Unter Normalbedingungen, und wenn wir uns ausnahmsweise eine gute Stunde vorher drüber im Klaren sind, was wir denn später essen wollen, dann kann man z.B. durchaus auch mal Focaccia machen, die seltsamerweise auch von unseren Pubertieren geliebt werden.
Aber bis sich dieser “ich back’s mir selbst” Gedanke allerdings gegen den “Aufwärm-Bequemlichkeits-Habitus” durchsetzt, dafür braucht es wohl auch seine Zeit. Aber die haben sie zum Glück ja noch!

Der Teig für Focacce gehört - sofern ich mich recht entsinne - zu den erste Dingen, an denen ich mich im Bereich Backen versucht habe.

Nach meinem berühmt, berüchtigten Eierlikör-Sandkuchen. Der schon in der Grundschule unserer Kids - trotz ordnungsgemäßer Deklarierung - die eine oder andere Klassenfete mit “Wie jetzt, da ist Alkohol drin?” bereichert hat.

Aber das ist eine ganz andere Geschichte. Bleiben wir fürs Erste einfach bei den Focacce.

Der Teig dafür ist super simpel, aber braucht halt etwas Zeit. Das Rezept mit einem Kilogramm Mehl ergibt ungefähr 1,8kg Teig, den ich nach der ersten Gare in sechs 300g Stücke unterteile. Davon passen dann immer zwei auf ein Backblech. Oder auf einen Schamottstein im großen Holzkohle-Grill - die Form der Zubereitung kann ich auch uneingeschränkt empfehlen.

Beim Belag kann man sich austoben. Da gerade Spargel-Saison ist, bot sich dieser an. Und so gab es neben der klassischen, meiner Lieblingsvariante mit Tomates Cerise Rabelais, Rucola und San-Daniele-Schinken, diesmal auch verschiedene Versionen mit grünem Spargel. Und statt dem San-Daniele kam Wacholderschinken von der Metzgerei Failenschmid mit drauf, den hatte ich noch von meinem Besuch der Slow-Food übrig.

Für ein Focaccia habe ich zwei Spargelstangen mit dem Trüffelhobel dünn aufgeschnitten und in Schleifen in den Teig gedrückt. Für ein anderes habe ich den Spargel auf die Breite des Fladens geschnitten, halbiert und dann abwechselnd nebeneinander in den Teig gedrückt. Die Reste habe ich ebenfalls dünn gehobelt und diese als Grundlage für zwei weitere Focacce verwendet.



Die halbierten Tomaten kommen auch gleich mit auf/in den Teig, Olivenöl drüber und kräftig Parmesan und etwas Meersalz. Rucola, Schinken und Pfeffer gebe ich immer erst drauf, wenn ich die Focacce aus dem Ofen hole. Dann nochmal ein paar extra Parmesan-Späne drüber - perfetto!




Focaccia
 
 
Gerätschaften:
Küchenmaschine, Ofen, Trüffelhobel oder Mandoline
 
600mlWasser, lauwarm
100mlOlivenöl
60gHonig
42gFrischhefe
-die Hefe in das lauwarme Wasser bröckeln, Olivenöl und Honig zugeben, miteinander verrühren und ein paar Minute stehen lassen
 
1000gWeizenmehl 550
15gMeersalz
Olivenöl
-Mehl und Salz auf kleiner Stufe vermengen
-langsam die Hefe-Wasser-Mischung zugeben
-gut 10 Minuten kneten lassen bis ein glatter, geschmeidiger Teig entstanden ist
-mit Olivenöl eine Schüssel auspinseln, den Teig hineingeben und abgedeckt gut 45 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat
-dann den Teig in sechs Stücke (à ~300g) teilen und auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche zu länglichen Fladen ziehen oder ausrollen
-zwei Fladen auf einer Backpapierseite lagern und abgedeckt weitere 30 Minuten gehen lassen
-den Ofen auf 250°C aufheizen
 
500gSpargel, grün
Rucola
Parmesan
Olivenöl
Meersalz
-den Spargel waschen und ggf. den holzigen Teil abbrechen
-2 oder drei Spargel längs mit dem Hobel dünn aufschneiden
-seitlich in Schlaufen auf ein Focaccia legen, etwas in den Teig eindrücken
-halbierte Kirschtomaten in die Schlaufen legen
-mit etwas Olivenöl beträufeln
-mit dem Trüffelhobel Parmesan drüber hobeln und etwas salzen
-den restlichen Spargel auf etwas weniger als eine Fladenbreite zuschneiden und längs halbieren
-abwechselnd flach auf den Teig legen und etwas eindrücken
-einen großzügigen(!) Schwung Olivenöl drüber geben
-ebenso mit dem Parmesan verfahren und etwas salzen
-die Spargelabschnitte fein hobeln und flach auf zwei Fladen verteilen
-ggf. auf einen der Fladen noch halbierte Kirschtomaten geben
-Olivenöl, Parmesan und Salz darüber verteilen
-auf die letzten zwei beiden Fladen die restlichen halbierte Kirschtomaten geben
-wieder Olivenöl, Parmesan und Salz darüber verteilen
 
-immer zwei Fladen im Backofen backen
 
Wacholderschinken
Kirschtomaten
Radieschensprossen (waren grad zur Hand)
Pfeffer, schwarz
-auf die Focacce mit den Spargelabschnitten und das Focaccia mit den Spargelschlaufen etwas Rucola und Radieschensprossen geben
-auf die nur mit den Kirschtomaten belegten Focacce noch Wacholderschinken, Rucola und Parmesanspäne geben
-pfeffern nach Bedarf
 












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